top of page

Multi-Faktor-Authentifizierung: Warum Passwörter allein nicht mehr ausreichen

Passwörter begleiten uns seit den Anfängen der IT. Sie sind schnell eingerichtet, leicht zu merken – und längst kein ausreichender Schutz mehr. Phishing, Datenlecks und automatisierte Angriffe sorgen dafür, dass gestohlene Zugangsdaten heute zu den häufigsten Ursachen für Sicherheitsvorfälle zählen.


Multi-Faktor-Authentifizierung, der Anmeldeprozess wird dargestellt
Passwörter allein reichen heute nicht mehr aus – Multi-Faktor-Authentifizierung schützt Zugänge dort, wo Passwörter an ihre Grenzen stoßen.

Eine einfache und wirksame Gegenmaßnahme ist die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) – vielen auch als Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bekannt. Gemeint ist in beiden Fällen dasselbe Prinzip: Der Zugriff auf ein Konto wird nicht nur durch ein Passwort geschützt, sondern durch einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor.

So bleibt der Zugang selbst dann geschützt, wenn ein Passwort in falsche Hände gerät.


Praxisbeispiel: Wiederverwendete Passwörter


Wie schnell ein einzelnes Passwort zum Sicherheitsrisiko werden kann, zeigt ein typisches Szenario aus dem Unternehmensalltag.


Eine beschäftige Person im Unternehmen nutzt für mehrere Online-Dienste dasselbe oder ein sehr ähnliches Passwort – privat wie beruflich. Das spart Zeit und wirkt auf den ersten Blick harmlos. Kommt es bei einem externen Dienst zu einem Datenleck, tauchen diese Zugangsdaten häufig in frei zugänglichen Datenbanken auf. Cyberkriminelle nutzen solche Daten gezielt und testen sie automatisiert bei bekannten Unternehmensdiensten wie E-Mail-Postfächern oder Cloud-Anwendungen.


Ist dort keine Multi-Faktor-Authentifizierung aktiv, reicht das bekannte Passwort aus. Der Zugriff gelingt unbemerkt – oft außerhalb der Geschäftszeiten. Erst wenn ungewöhnliche Aktivitäten oder Datenabflüsse auffallen, wird der Vorfall entdeckt. Mit aktivierter MFA wäre der Angriff an dieser Stelle gestoppt worden. Trotz korrekt eingegebenem Passwort fehlt der zweite Faktor – der Zugriff bleibt verwehrt.


Was ist Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA)?


Multi-Faktor-Authentifizierung beschreibt ein Sicherheitsverfahren, bei dem der Zugriff auf ein Benutzerkonto durch mehr als einen unabhängigen Nachweis abgesichert wird. Anders als bei der klassischen Anmeldung mit Benutzername und Passwort wird der Login dadurch an eine zusätzliche Bestätigung gekoppelt. In der Praxis bedeutet das: Ein erfolgreicher Login ist nur möglich, wenn zwei unterschiedliche Voraussetzungen erfüllt sind – etwa das Wissen eines Passworts und der Besitz eines bestimmten Geräts. Damit wird verhindert, dass gestohlene Zugangsdaten allein ausreichen, um auf Systeme oder Daten zuzugreifen.


Die gängigsten MFA-Varianten im Überblick


Je nach System und Sicherheitsanforderung kommen unterschiedliche MFA-Methoden zum Einsatz:


  • Push-Bestätigung per App

    Der Login wird über eine App auf dem Smartphone bestätigt. Diese Methode gilt heute als besonders benutzerfreundlich und sicher.

  • Einmalcodes (OTP)

    Zeitlich begrenzte Codes, die über eine App oder per SMS bereitgestellt werden. SMS-basierte Verfahren gelten als Mindeststandard.

  • Hardware-Token / Security Keys

    Physische Geräte, die beim Anmeldevorgang verwendet werden und besonders für sensible Zugänge geeignet sind.

  • Biometrische Verfahren

    Anmeldung per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung, meist in Kombination mit weiteren Faktoren.


Welche Variante sinnvoll ist, hängt vom Einsatzbereich, dem Schutzbedarf und der Benutzerfreundlichkeit ab. Wichtig ist weniger die konkrete Technik als die Tatsache, dass ein zusätzlicher Faktor den Zugriff absichert.


Ein Video des BSI ergänzt diesen Beitrag und zeigt, wie Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) funktioniert. Hier, gibt es das Video zu sehen.


Warum Multi-Faktor-Authentifizierung besonders für kleine und mittlere Unternehmen wichtig ist


Kleine und mittlere Unternehmen stehen heute vor denselben digitalen Risiken wie große Organisationen – verfügen jedoch meist über deutlich weniger personelle und technische Ressourcen. Gleichzeitig werden E-Mail, Cloud-Dienste und mobile Zugriffe immer selbstverständlicher im Arbeitsalltag.


Genau diese Kombination macht KMU zu attraktiven Zielen für Cyberangriffe. Gestohlene Zugangsdaten lassen sich automatisiert ausnutzen, unabhängig von Unternehmensgröße oder Branche. Multi-Faktor-Authentifizierung setzt hier an der entscheidenden Stelle an: beim Zugriff selbst.


MFA bietet Unternehmen eine wirksame Schutzmaßnahme, die sich mit überschaubarem Aufwand umsetzen lässt. Sie erfordert keine komplexen Sicherheitsinfrastrukturen, reduziert aber das Risiko unbefugter Zugriffe erheblich. Gerade für KMU ist MFA deshalb ein sinnvoller und praxisnaher Schritt, um das eigene Sicherheitsniveau deutlich zu erhöhen.


Fazit: Kleine Maßnahme, große Wirkung


Passwörter allein bieten heute keinen ausreichenden Schutz mehr für Unternehmenszugänge. Die Vielzahl an Phishing-Angriffen und Datenlecks zeigt, wie schnell Zugangsdaten in falsche Hände geraten können – unabhängig von Unternehmensgröße oder Branche. Multi-Faktor-Authentifizierung setzt genau an dieser Stelle an. Sie ergänzt bestehende Logins um einen zusätzlichen Schutzmechanismus und reduziert das Risiko unbefugter Zugriffe erheblich. Der technische Aufwand bleibt dabei überschaubar, der Sicherheitsgewinn hingegen ist hoch.


Entscheidend ist, MFA nicht isoliert zu betrachten, sondern sinnvoll in bestehende Abläufe einzubetten. Richtig umgesetzt, wird sie von Mitarbeitenden akzeptiert und unterstützt einen sicheren Arbeitsalltag.


Wenn Sie wissen möchten, wo Multi-Faktor-Authentifizierung in Ihrem Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden kann oder wie eine Einführung praxisnah gelingt, unterstützen wir Sie gerne mit einer strukturierten Einschätzung und konkreten Handlungsempfehlungen.


Vereinbaren sie hier einen unverbindlichen Beratungstermin.



FAQ: Häufige Fragen zur Multi-Faktor-Authentifizierung


Ist Multi-Faktor-Authentifizierung dasselbe wie Zwei-Faktor-Authentifizierung?

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist eine Form der Multi-Faktor-Authentifizierung. Während 2FA genau zwei Faktoren nutzt, bezeichnet MFA allgemein die Absicherung mit zwei oder mehr unabhängigen Faktoren. Im Alltag werden beide Begriffe häufig synonym verwendet.

Reicht ein sicheres, komplexes Passwort nicht aus?

Auch komplexe Passwörter können durch Phishing oder Datenlecks kompromittiert werden. MFA schützt zusätzlich, indem sie verhindert, dass ein bekanntes Passwort allein für den Zugriff ausreicht.

Ist MFA nicht umständlich für Mitarbeitende?

Moderne MFA-Lösungen sind benutzerfreundlich und erfordern meist nur eine kurze Bestätigung per Smartphone. Richtig eingeführt, wird MFA im Arbeitsalltag schnell zur Routine.

Wo sollte MFA im Unternehmen unbedingt aktiviert sein?

Besonders wichtig ist MFA für E-Mail-Konten, Cloud-Dienste, Remote-Zugänge, Administrator- und Sonderkonten sowie Anwendungen mit personenbezogenen oder sensiblen Daten.

Ist MFA auch für kleine Unternehmen sinnvoll?

Ja. Gerade kleine und mittlere Unternehmen profitieren von MFA, da sie mit geringem Aufwand ein deutlich höheres Sicherheitsniveau erreichen können. MFA ist keine Konzernlösung, sondern grundlegender Zugriffsschutz.

Erfüllt MFA Anforderungen der DSGVO?

Multi-Faktor-Authentifizierung gilt als anerkannte technische Maßnahme zum Schutz vor unbefugtem Zugriff. Sie kann einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung der Anforderungen aus Art. 32 DSGVO leisten.


bottom of page